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"...und der Trunk ist ein großer Beförderer von drei Dingen:
rote Nasen, Schlaf und Urin.
Buhlerei befördert und dämpft er zugleich:
er fördert das Verlangen und schwächt das Tun."
(Shakespeare, Macbeth)


Alkoholische Getränke werden nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern vielmehr wegen ihrer Wirkung getrunken. Dabei wirkt der Alkohol in zwei Phasen:

In geringen Mengen (0,2 Liter Bier, 0,1 Liter Wein) wirkt er anregend, bei höherer Dosierung dämpfend auf das Zentralnervensystem. Diese Beruhigung entspricht aber nicht zwangsläufig dem, was der Trinkende stimmungsmäßig bei sich feststellt. Alkohol macht nicht direkt lustig, sondern wirkt erst über den Umweg des Abbaus von Hemmungen stimmungsverbessernd.

Alkohol ist ein schädliches Zellgift. Zerstörerische Auswirkungen treten wahrscheinlich ab einer täglichen Menge von ca. 40 g reinen Alkohol auf, das entspricht 0,8 Liter Bier bzw. 0,4 Liter Wein.

Bei größeren Mengen kommt es zu einem Anstieg der Nebennierenhormone (u.a. Cortison), so daß Alkohol zwar die Seele beruhigt, aber im Organismus eine Streßsituation bewirkt.

40 bis 60 Gramm Alkohol täglich bewirken beim Mann schon eine deutliche Leberschädigung, bei der Frau reichen bereits 20 Gramm täglich. Bei täglich 70 Gramm kommt es beim Mann zu einer Verdoppelung, bei der Frau sogar zu einer Verhundertfachung der Leberzirrhose-Häufigkeit!

Bis heute ist die Wirkungsweise des Alkohols auf das Gehirn noch nicht restlos erforscht. Man weiß jedoch, daß Alkohol, wie Medikamente mit Suchtpotentialen und Drogen, in das komplizierte Gleichgewicht der Neurotransmitter (hemmende und aktivierende Botenstoffe) im Belohnungszentrum des Gehirns eingreift.

Dabei tritt eine sofortige , deutlich ausgeprägte angenehme Wirkung ein, die aber nur von kurzer Dauer ist, nämlich nur solange wie der Blutalkoholspiegel in Körper ansteigt. Danach setzt langsam und gering ausgeprägt, eine lang anhaltende unangenehme Wirkung ein, weil durch den Abbau in der Leber der Alkoholspiegel wieder zu sinken beginnt. Durch erneute Zufuhr einer Menge Alkohol kann diese Wirkung wieder in ein angenehme umgekehrt werden und u.U. zu einem schlimmen Teufelskreis führen, da diese Erfahrung eine starke Versuchung darstellt, immer wieder erneut von dem Suchtmittel zu nehmen. Das führt dann schließlich zu den bekannten Entzugserscheinungen wie Zittern, Schwitzen, Erbrechen und Kreislaufstörungen. Hier liegt u.a. der Grundstein zur Abhängigkeit.

Eine leichte Entzugserscheinung ist der Kater, der je nach Situation mit Kopfschmerz, Unlust, Unruhe, Gereiztheit, Verstimmung und Deprimiertsein

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