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Ambulant ein bis zwei Jahre. Stationär drei bis sechs Monate. (kann aber alles verkürzt oder verlängert werden und ist zudem von der Therapie-Einrichtung abhängig.)
Wer übernimmt die Kosten für Entgiftung und Therapie?
Die Krankenkasse übernimmt die Entgiftungskosten. Therapiemaßnahmen übernehmen Krankenkassen oder der Rententräger (LVA oder BfA). In Ausnahmefällen das Sozialamt.
Wie wichtig ist der Besuch einer Selbshilfegruppe?
Sehr wichtig, wenn nicht sogar lebenswichtig. Gerade in der Anfangszeit. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht, Probleme besprochen und Hilfestellungen gegeben. Außerdem ist es gut zu wissen, daß man mit seinem Problem nicht alleine ist. Man lernt sehr viel über seine Krankheit und kann folglich auch besser mit ihr umgehen.
Kann ich als trockener Alkoholiker jemals wieder kontrolliert Alkohol trinken?
Nein. Die Alkoholkrankheit sitzt wie ein Krebsgeschwür im Körper. Sie kann gestoppt aber nicht geheilt werden. Auch wenn es anfangs funktionieren sollte, einigermaßen kontrolliert zu trinken - früher oder später erreicht man sein altes Pensum.
Kann ich ohne Alkohol überhaupt noch mal glücklich sein oder beispielsweise fröhlich feiern?
Ja. Auch wenn es einem anfangs nicht so vorkommt. Es ist wichtig zu lernen, ohne Alkohol zu leben. Der Alkohol stand über Jahre im Mittelpunkt des Lebens und hinterläßt eine Lücke, die sinnvoll gefüllt werden sollte. Beispielsweise durch Hobbies oder Unternehmungen. Hat man erst einmal Spaß an anderen Dingen gefunden, kommt die Lebensfreude von ganz alleine wieder. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen, aber kommt so nach und nach. Auch fröhliche Ausgelassenheit kann viel bewußter erlebt werden als mit dem Stoff.
Ich bin trockener Alkoholiker. Wen sollte ich das wissen lassen? Wem kann ich es verschweigen?
Sicherlich braucht man sich kein Schild umhängen "Ich bin trockener Alkoholiker". Aber im Umgang mit den Mitmenschen und im täglichen Leben ist es durchaus sehr wichtig, andere davon wissen zu lassen. Unbedingt wissen müssen es behandelnde Ärzte und Zahnärzte! (Wegen Diagnosestellungen oder beispielsweise bei erforderlichen Narkosebehandlungen). Familie und näherer Freundeskreis sollten davon informiert werden - es erleichtert den beiderseitigen Umgang miteinander. Auch im Betrieb ist es besser, nähere Kollegen und Vorgesetzte davon zu unterrichten. Keine falsche Scham - meist wird es sogar bewundert, daß man es geschafft hat, vom Alkohol loszukommen. Anzumerken ist, daß die meisten näherstehenden Personen es zuvor sowieso gemerkt haben, daß ein Alkoholproblem bestanden hat.
Ist es gefährlich als trockener Alkoholiker Alkohol im Hause zu haben?
Ja! Auch wenn man in der ersten Euphorie glaubt, niemals mehr etwas trinken zu wollen. Es treten immer wieder Krisensituationen auf, in denen das Verlangen nach Alkohol doch wieder auftritt. Ist der Stoff dann gleich in Griffnähe, kann es zum Rückfall kommen. Es gibt keinen Grund, der dafür spricht, sich mit Alkohol zu bevorraten. Gästen kann genausogut ein
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