Angehörige3

Ja Aber

 

Hilfen für Angehörige

 

Die Abstinenzverbände, Selbsthilfe -Organisationen und Psychosozialen Beratungsstellen machen seit langem auch Angebote für die Angehörigen von Suchtkranken. Alle, die ahnen oder wissen „Ein Mensch, dem ich mich angehörig fühle, ist abhängig“ ,und die fragen „Wie kann Ich helfen?“ finden hier Unterstützung.

 

‚Angeboten werden neben, Informations- Materialien, Beratungsgespräche für Angehörige und die Teilnahme an Selbsthilfegruppen Hier können Angehörige ungeschminkt ihre Situation schildern und klären, Welche Unterstützung Sie sich wünschen

 

Ein Beratungsgespräch ist für Angehörige ebenso entlastend wie für Abhängige selbst. Im Austausch mit anderen können sie die zentrale Erfahrung machen, die jede Selbsthilfegruppe bietet,“Ich bin nicht Alleine“

Das Unglück der Kinder oder das Gefühl die Kinder nicht länger schützen zu können, sind Für viele Frauen ausschlaggebend für den Schritt in die Beratung

lm Beratungsgespräch kann üben legt werden. ob und wenn ja. welche Hilfe für die Kinder nötig ist. .Abstinenzverbände bieten Kinder Gruppen an

in Kinderschutz-Zentren können Kinder mit

 

 

Wegscheidrr. Shrirorp

Es gibt doch eine Chance

Hoffnung und Heilung für die Alkoholikerfamilie

Wildberg: Vcrlag Maria­     Bogncr-Koufmcrnn. 1 988

 

 Psychologen über Ihre Ängste und Nöte sprechen

Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Beratungsstelle

 kann Ansprechpartnerin- Partner des Kindes werden


 

 


 

Viele Frauen zögern lange. Nicht weil sie sich scheuen für sieh selbst Hille anzunehmen, sondern aus Rücksicht auf ihren Partner. Sie haben Angst, ihrem Partner unrecht  zu tun, ihn zu verraten „vielleicht ist er gar nicht abhängig“ „ Sie wollen erst sicher gehen Aber Sucht ist vielgestaltig, und gerade seelische Abhängigkeit ist nur schwer fassbar.

 

Das einzige verlässliche Kriterium sind die eigenen Sorgen und Ängste.

Betroffenen Frauen kann es  heIfen ,sich klar zu machen, daß sie selbst in einer sehr schwierigen Situation sind

Wenn sie selbst Hilfe brauchen oder wollen, haben sie ein Recht auf Hilfe.

 Die Dinge weiter treiben zu lassen. nützt ohnehin niemanden. Keine Frau gibt dadurch, daß sie sich um Hilfe bemüht ihren Partner auf    im Gegenteil Sie bringt zum Ausdruck daß sie nicht länger auf ein Wunder wartet. sondern aktiv werden will, um ihre Lebenssituation und die ihres Partners zum Besseren hin zu wenden

Ein anderes Hemmnis kann die Befürchtung sein. durch den Besuch einer Beratungsstelle die Abhängigkeit des Partners öffentlich  zu machen. Diese Bedenken sind unbegründet

Die Beratungsstellen gehen keinerlei Information weiter

auch dann nicht, wenn sich der Partner auf kriminelle Weise Geld für sein Suchtmittel verschafft

Verkehrte Welt


 

 

Frauen. die in Beratungsstellen, zu Abstinenz‘ verbänden und Selbsthilfeorganisationen kommen. sind häufig am Ende ihrer Kraft: Sie können einfach nicht mehr  und hoffen. hier die fachliche Unterstützung zu erhalten, mit der Sie die Schlacht siegreich beenden können

 


 

Doch auf die Ratsuchende Frau. warten in der

Beratungssituation Erkenntnisse. die oft genug

ihr gesamtes Selbst- und Weltbild auf den Kopf stellen

Sie erfährt im Gespräch, dass sie keine Möglichkeit hat, das Verhalten ihres Partners direkt zu beeinflussen Der Abhängige muss seine Situation selbst erkennen.

 

Zur Genesung braucht er die Unterstützung von Fachleuten.

 

Alle Versuche, sein Verhalten direkt zu beeinflussen oder ihm gar einfach das Suchtmittel  zu entziehen, werden fruchtlos und immer wieder Anlass zu Streitereien sein.

 

Melody. Pia Verstrickt in die Probleme anderer Über die Entstehung und Auswirkung von Co-Abhängigkeit München  Kösel, 1991


 

Vorsätze kann er nicht einhalten.


 

Deshalb sind Kränkungen und Enttäuschungen unausweichlich


 

Das zu akzeptieren fällt ‚“Co - Abhängigen“ Frauen kaum minder schwer als Süchtigen die Einsieht in ihre Abhängigkeit. Die Angehörige muss nachempfinden lernen was es bedeutet, abhängig zu sein. Gelingt dieses Verstehen - wirkt es sehr entlastend Keine Frau kann dadurch, dass sie alles „richtig“ macht ihren Mann aus seiner Sucht befreien. Andererseits kann ihr  Verhalten durch­aus einen positiven Einfluss ausüben und entscheidenden Anteil am Gelingen einer Behandlung haben

 

Hilfe durch Nicht-Hilfe

 

 

Der gesunde Menschenverstand und das, was wir uns im allgemeinen unter Helfenvorstellen führt im Umgang mit Süchtigen zwangsläufig zu Fehlen  die mehr schaden als nützen. Es hilft dem Süchtigen, mit seiner Sucht zu leben, nicht von ihr loszukommen

 

 

Eine Frau, die die Vorraussetzung dafür schaffen möchte, dass ihr Partner seine Situation erkennen und Hilfe annehmen kann, muss den Mut finden den Kampf um das Suchtmittel aufzugeben Sie muss sich loslösen von den gegenseitigem Beschuldigungen und Debatten, die Ängste um sich und ihren Angehörigen überwinden und wieder ein eigenes Leben beginnen


 

Das bedeutet auch, das die Frau ihrem Partner die Anforderungen, die das tägliche Lehen an ihn stellt. Wieder spüren lässt. All das, was er selbst erledigen soll überlässt sie wieder ihm Sie hört auf, Dinge anzudrohen die sie nicht durchführen will oder kann Dinge, die sie ankündigt, führt sie auch durch. An die Stelle des bisherigen „Haltens“ tritt ein ‚Loslassen“.

 

 

In der Suchtkrankenhilfe nennt man dieses Verhalten „Hilfe durch Nicht-Hilfe“.

 

 

Wie kann Nicht-Helfen helfen?

 


 

Die Frau durchbricht mit ihrer Verhaltens Änderung die fest gefügten  Beziehungsmuster und bringt Bewegung in die erstarrte Beziehung Die Atmosphäre in der das Paar lebt verändert sich. Bis heute ist der Weg der ‚Nicht- Hilfe “ die einzige

 

Erfolgversprechende Verhaltensalternative geblieben. denn gerade das Loslassen hat Beziehungsgestaltenden Charakter

 

 

Abhängige sind in hohem Maße auf die Anerkennung durch ihre Umgehung ange­wiesen. Werden ihre nachlassende  Arbeits -leistung, ihre abnehmende Kontaktfähigkeit

ihre schlechte finanzielle Lage etc

offensichtlichleiden sie sehr darunter

Fin Angebot an alte, die einem nahe­stehenden Menschen helfen wollen

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren.

 

Hamm, 17, Auflage1991 ~kostenlos erhältlich bei der DHS


 

Indem dem Süchtigem die taufende Unter­stützung bei der Bewältigung des täglichen Lebens entzogen wird, ist er gezwungen, die folgen seines Verhaltens zu ertragen oder Konsequenzen zu ziehen, z. B muss er sich plötzlich selbst Entschuldigungen für seinen Arbeitgeber ausdenken und am Telefon lügen

 

Das Verhalten der „ Co - Abhängigen“ Partnerin bietet nun keine Rechtfertigungen mehr für das Fehlverhalten des Süchtigen

 

Auf Dauer wird es für den (Suchtmittel) Abhängigen offensichtlich, das die Partnerin nun einen Weg gefunden hat wie sie zufriedener leben kann  notfalls auch ohne ihn. Dieses Vorbild kann die Sehnsucht nach Veränderung verstärken.

Oder die Angst. verlassen zu wenden, gibt den Ausschlag ebenfalls aktiv zu werden

 

Die  Verhaltens Veränderung wird natürlich zu neuen Konflikten führen. Das Aussteigen der Frau aus der alten Rolle wird den Abhängigen verunsichern Möglicherweise wird er versuchen, seine Partnerin in ihr altes Verhalten zurück zu drängen, indem er besondere Schwierigkeiten produziert. Erneut Besserung verspricht, mit  Trennung oder gar mit Selbstmord droht


 

KörgeI, Joachim (Hng.

Rückfall muß keine Katastrophe sein

Ein Leitfaden für Abhängige und

Angehörige

Wuppertal; Bern

ßlaukreuz-Verlag, 1991

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 bei Fragen und Anmerkungen bitte             an mich